Nur der Wandel ist beständig

Entdecken Sie die Entwicklung der Wattenmeerküste in den letzten 150.000 Jahren. Wie die Eiszeiten den Verlauf der Küstenlinie beeinflussten und warum das Wattenmeer - geologisch gesehen - ein ganz junger Lebensraum ist, erfahren Sie beim Blättern durch die nebenstehenden Karten.


Spielidee: IWSS Landschaftsreise
Auf eine "Reise durch Raum und Zeit" führt Sie die IWSS Landschaftsreise, ein Spiel zur Küstenentwicklung mit Karten, Zeitzeugen und Zukunftsvisionen. Kostenloser Download in der IWSS Lehrer-Lounge

 

Landschaftsreise

Landschaftsreise

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vor 150.000 Jahren

  • Vor 150.000 Jahren war fast das ganze Nordseebecken von einem dicken Eispanzer bedeckt: es herrschte die Saale-Eiszeit.
  • Das gesamte Nordseewasser war im Eis der Gletscher gebunden.
  • Die Eismassen bedeckten auch große Teile Norddeutschlands. Sie reichten südlich bis zu einer gedachten Linie zwischen Düsseldorf, Hameln und Meißen.
  • Die Saale-Eiszeit dauerte rund 170.000 Jahre von etwa 300.000 Jahren bis 130.000 Jahren vor heute. Dann wurde es wieder wärmer.
 

vor 120.000 Jahren

  • Auf die Saale-Eiszeit folgte ab ca. 130.000 Jahren vor heute die Eem-Warmzeit.
  • Die Temperaturen stiegen, die Gletscher schmolzen, und Wasser füllte das Nordseebecken.
  • Vor rund 120.000 Jahren war die Küstenlinie der Nordsee unserer heutigen Küstenlinie recht ähnlich.
  • Der Meeresboden war wie heute von Muscheln und Schnecken besiedelt. Schalen einiger Arten der Eem-Warmzeit können noch heute am Strand gefunden werden.
  • Die Eem-Warmzeit dauerte bis etwa 115.000 Jahre vor heute. Dann wurde es wieder kälter.
 

vor 45.000 Jahren

  • Auf die Eem-Warmzeit folgte ab ca. 115.000 Jahren vor heute die Weichsel-Eiszeit.
  • Wie zuvor in der Saale-Eiszeit war das Wasser der Nordsee wieder im Eis gebunden. Die Gletscher der Weichsel-Eiszeit reichten jedoch nicht bis in die heutige Küstenregion.
  • Weite Teile der südlichen Nordsee waren Festland. Mammuts, Wollnashörner und Rentiere bevölkerten die Landschaft zwischen Dänemark und England.
  • Auch Menschen lebten damals im Gebiet der heutigen Nordsee. Steinzeitliche Werkzeuge und Waffen, die Fischer manchmal in ihren Netzen finden, zeugen davon.
  • Die Weichsel-Eiszeit dauerte bis etwa 12.000 Jahre vor heute.
 

vor 12.000 Jahren

  • Am Ende der Weichsel-Eiszeit vor rund 12.000 Jahren lag der Meeresspiegel der Nordsee etwa 100 m tiefer als heute.
  • Mit dem Abschmelzen der ersten Gletscher drang das weltweit steigende Wasser vom Atlantik in die Nordsee vor.
  • Von Süden floss das Wasser der großen Flüsse Elbe, Weser, Ems und Rhein in das Nordseebecken.
  • Die Temperaturen wurden milder und Moore entstanden. Torfreste aus diesen Mooren kann man noch heute an der Küste finden.
 

vor 9.000 Jahren

  • Das vollständige Abschmelzen der Eiszeit-Gletscher ließ den Meeresspiegel rasant steigen. Als er bei 40 m unter dem heutigen Niveau angelangt war, brach das Wasser auch durch den Ärmelkanal in die Nordsee ein.
  • Seitdem erreichen täglich zwei große Gezeitenwellen die Nordsee: eine von Norden und eine von Südwesten.
  • Zusammen mit dem schnell weiter steigenden Meeresspiegel wirkten sich die Strömungen erheblich auf die weitere Entwicklung der Küste aus.
 

vor 6.000 Jahren

  • Vor rund 6.000 Jahren lag der Meeresspiegel nur noch 5 m unter dem heutigen Niveau.
  • Die Kraft der beiden Flutströme aus Norden und Südwesten bewirkte eine Art "Bulldozer-Wirkung" der Wellen:
  • Sand aus der Nordsee wurde immer weiter in Richtung Küste geschoben und bildete eine Reihe langestreckter Strandwälle - Vorläufer der heutigen Inseln.
  • Im Strömungsschatten der Inselkette entwickelten sich zunächst Moore, die später von Meerwasser überflutet und in Wattflächen verwandelt wurden.
 

vor 1.500 Jahren

  • Der noch immer steigende Meeresspiegel hat die Strandwälle stetig weiter in Richtung Küste verlagert.
  • Vor 1.500 Jahren stoppt der Meeresspiegelanstieg und die vorrückende Inselkette bleibt etwa dort liegen, wo sich die friesischen Inseln seither befinden.
  • Hinter den Strandwällen haben sich ausgedehnte Wattflächen gebildet. Viele ragen als Meeresbuchten weit in das heutige Festland hinein.